N
S
Islamabad
PAKISTAN
karakorum
I39 38
Frühstück ins Zelt?
War leider nicht im Package inbegriffen ...
Auch nicht für Blondinen.
PAKIST
E I N E R E I S
WER NIE VER
KOMMT NIE NACH H
• z w e i ta u s e n d un
2012
HERZ DER B
von guido unterwur zacher
*
NO
PEN
,
NO
PICTURE !
weil ein Kind in askole Jakob um einen
Kugelschreiber angehauen hat, er aber
keinen hatte, dafür aber ein foto vom
Kind machen wollte, war die kecke antwort
des Kindes
„
no pen, no picture!“ unsere
inspiration für den namen der route.
Zurück auf der Sonnenterrasse kochen wir, trinken Tee und verkriechen uns schnell in unsere Schlaf-
säcke. Es war ein beherzter Versuch, denn noch niemand zuvor hat versucht, vom Basecamp in einem
Zug auf den Gipfel zu gelangen. Und wir wissen beide, wenn die Verhältnisse nur schlecht und nicht
extrem schlecht gewesen wären, hätten wir es vielleicht schaffen können. Auf alle Fälle sind wir mit
uns zufrieden.
Ziemlich zeitgleich sind Hechei und Simon am Little Trango erfolgreich und machen wenig später eine
Besteigung des Great Trango über den Normalweg, während sich Flo, Jakob und der Slowake Martin
an eine abenteuerliche Erstbegehung an der Galerie gegenüber dem Basecamp machen.
Als Max und ich zurück im Basecamp sind, schlägt das Wetter erneut um, nur
diesmal ist es lange und richtig schlecht – zwölf Tage. Davon immer ein halber
Tag okay und ohne Niederschlag und dann wieder zwei Tage ganz schlecht mit
Niederschlag. Beinahe hätte das alles einen Lagerkoller verursacht – hätten
wir nicht das Crashpad dabei. So können wir Bouldern gehen oder was an den
kürzeren Wänden in der nahen Umgebung des Basecamps machen. Hannes
und mir gelingt eine wahnsinnig schöne Erstbegehung an der Severance Ridge,
eine 700 m hohe Wand unweit des Basislagers mit Schwierigkeiten bis 9- und
Rissen in allen Größen.
„No pen, no picture“
*
, wie wir unsere Kreation taufen,
wäre wohl bei uns zu Hause ein überlaufener, hochgelobter Extremklassiker,
wahrscheinlich auch schon saniert und wieder ausgenagelt, wieder saniert
und wieder ausgenagelt, abgeschmiert und die Topo wär’ auf jeder Plattform
zu finden. Aber zum Glück befindet sich das gute Stück Fels in sicherer
Abgeschiedenheit, im hintersten Winkel des Karakorum und wird vielleicht
eines Tages wiederholt werden. Weil Abschiede gebührend gefeiert gehören,
stoßen wir auf die vorerst letzten gemeinsamen Stunden mit Max an, der sich
am nächsten Tag wieder auf die Rückreise macht. Wenn Hannes und ich das
richtig gesehen haben, hat er sogar Tränen in den Augen, aber wahrscheinlich ist
ihm nur was ins Auge geflogen ;)
Das Warten auf gutes Wetter zerrt an den Nerven, die Spielkarten können
wir nicht mehr sehen und auch der Lesestoff neigt sich dem Ende zu, doch dann
kommt endlich die gute Nachricht, dass das Wetter super werden soll und zwar
für eine ganzeWeile. Hannes, Simon, Hechei und ich packen voll motiviert unsere
Rucksäcke mit dem Nötigsten für drei Tage und wollen den Gipfel des Name-
less Tower erreichen. Hechei und Simon wollen es über die „Slowenenroute“
versuchen, Hannes und ich via „Eternal Flame“, dem Güllich- und Albert-
Extremklassiker – der wohl bekanntesten Tour in dieser Region.
Freikletterambitionen haben wir über Bord geworfen, da die Verhältnisse es
einfach nicht zulassen, denn zu viel Schnee erzeugt bei der Wärme zu viel Was-
ser in der Wand, was dazu führt, dass man sich nicht bzw. fast nicht festhalten
kann. Aber egal, wir machen das Beste draus, Hauptsache heil auf den Gipfel
und wieder runter.
THOMAS:
„DEN GUIDO HABE ICH ALS 12-JÄHRIGEN
IN EINEM MEINER KLETTERKURSE AN DER
RUDOLFSHÜTTE KENNEN GELERNT. ER
WOLLTE WISSEN, WIE DIE HUBERBUAM
TRAINIEREN. HEUTE VERBINDET UNS NICHT
NUR DIE SEILSCHAFT, SONDERN VOR ALLEM
FREUNDSCHAFT. ER IST EINER DER BESTEN
KLETTERER AUS TIROL.“